Bericht 142:  Der Holderbeerbock

Am Samstag den 10 Okt. 09 startete ich alleine einen Angriff auf einen mir bestens bekannten Rehbock. Bald jeden Morgen wenn ich mit meinen Hunden "Zicco" und "Simba"  meinen Rundgang machte, stand er meistens in der Nähe des Weges, oft keine 20 Meter vom Weg. Wie meistens wartete ich das erste Tageslicht ab, wie immer in letzter Zeit schlenderte ich nun den Weg entlang, diesmal jedoch mit der Flinte, ich musste nicht mal pirschen, denn
der Bock kannte uns ja. Vergeblich, den außer der Ricke hatte ich keinen Anblick.
Anscheinend hatte schon ein Anderer Jäger Waidmannsheil, den der Bock war immer in der Nähe der Ricke anzutreffen.
Wie abgemacht, erkundigte ich mich bei meinen Kollegen, wo sie sich im Moment aufhielten. Leicht enttäuscht fuhr ich nun los, den es war schon ein guter Bock gewesen. Unterwegs nahm ich noch Marc mit, der früh morgens noch einen Arztbesuch wegen einer geprellten Rippe hatte. Kurz berichtete ich meinen erfolglosen Angriff.
Mit dem nächsten Angriff, zusammen mit den Niederjagdfreunden war die Aufmerksamkeit aber gleich auf die angehende Jagd gerichtet, der Morgendliche Angriff schon vergessen. Nicht Allen unserer Jäger war dieses Gebiet bekannt, so mussten Sie auf die Posten begleitet werden. Ich hatte jedoch das Glück in meiner Kindheit hier bei meinen Grosseltern Schafe zu hüten und kenne mich somit hier, nach einigen Pirschgängen wieder sehr gut aus.
Schon beim Abstieg hatte ich kurz Rehwild im Anblick, die Entfernung war jedoch für einen Flintenschuss einiges zu weit. Als ich auf meinem Posten ankam fing es an zu Regnen.
Noch war ich keine 10 Minuten da, stand unverhofft ein Reh 40m vor mir. Ein sicheres Ansprechen mit freien Auge, war bei diesem Regen nicht möglich.
Durch mein Glas sah ich das Gehörn, nichts zu machen eine Ricke stellte sich vor den Bock. Einfach die Ruhe bewaren und abwarten dachte ich. Im nächsten Moment sprang zuerst der Bock dann die Ricke um einen Felsbrocken, weg waren Sie. Gut Hundert Meter weiter links sah ich wie die Zwei nach Unten wechselten. Dann war eine ganze Weile außer des inzwischen regelrechten Regengusses nichts mehr zu hören. Weder das Hundegeläut noch etwas anderes war zu vernehmen.
Ich hatte jedoch die Vermutung das die zwei Rehe keine 80 M von mir weg, in dem Gebüsch steckten. Ich Entschloss mich die Zwei anzupirschen, leise durchquerte ich die Kumme und stand wenig später auf der Kuppe wo vorher die
Rehe standen, wenige Meter unter mir vernahm ich ein rascheln. Die Ricke sprang als erste aus dem Gebüsch, flüchtete Bergab, der Bock flüchtete jedoch weiter links, wieder konnte ich keinen sicheren Schuss anbringen.
Inzwischen kam die Ricke wieder auf mich zu, keine Bewegung mehr dachte ich, im Augenwinkel sah ich wie nun der Bock der Ricke folgte, der Puls der bis Anhin seine Arbeit ruhig verrichtete, schlug nun jeden Sekundenbruchteil
schneller, fast nicht mehr zum aushalten dachte ich, Bockstill stehen, keine Bewegung, immer näher kam die Ricke, die Ricke verhoffte, hat sie mich im Wind, nein sie äugte zurück zum Bock.
Auf 40 Meter verhoffte auch der Bock, stand Blatt. Jetzt ging`s schnell, die Flinte in Anschlag, schon zerriss der Knall den Regenmorgen, der Rehbock viel getroffen um, wollte aber dennoch der Abspringenden Ricke nach, kam
nochmals hoch, ein zweiter Knall von meiner Flinte riss ihn zu Boden. Die Freude war groß, war`s doch mein erster Rehbock in meinem Jugendgebiet. Jetzt kam auch einer meiner Jagdfreunde dazu, wünschte mir Waidmannsheil und
half mir bei der Rotarbeit.
Mit einer Freudenträne in den Augen schulterte ich meinen Bock, auf halbem Weg nach oben erinnerte ich mich an ein Erlebnis das ich zusammen mit meiner Mutter ( so nannte ich meine Großmutter) hatte. Wie es damals üblich
war, kehrte man mit Holz oder irgend einer anderen Sache nach Hause, die fürs Tägliche Leben benötigt wurde. Ich war Damals so fünf sechs Jahre alt und hatte mir ein viel zu großes Stück Holz aufgeladen, obwohl mir meine
Mutter riet doch ein kleineres Stück zu tragen. Auf halbem Weg musste ich schlapp machen, heute mit dem Rehbock an der Schulter, begannen ebenfalls die Beine zu brennen, doch die Freude machte die Beute um einiges leichter.
Nach ein paar Fotos, suchten wir das Restaurant auf, wo uns der Wirt mit einer kräftigen Haussuppe überraschte.
Der Letzte Bruch, ein Holderbeerzweig, brachte dem Bock den Namen, Holderbeerbock.
 

Waidmannsdank
                                                                                                                               Bericht und Foto:  Kari Schmid  

 

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