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Am
Samstag den 10 Okt. 09 startete ich alleine einen Angriff auf
einen mir bestens bekannten Rehbock. Bald jeden Morgen wenn ich
mit meinen Hunden "Zicco" und "Simba" meinen Rundgang
machte, stand er meistens in der Nähe des Weges, oft keine 20
Meter vom Weg. Wie meistens wartete ich das erste Tageslicht ab,
wie immer in letzter Zeit schlenderte ich nun den Weg entlang,
diesmal jedoch mit der Flinte, ich musste nicht mal pirschen,
denn
der Bock kannte uns ja. Vergeblich, den außer der Ricke hatte
ich keinen Anblick.
Anscheinend hatte schon ein Anderer Jäger Waidmannsheil, den der
Bock war immer in der Nähe der Ricke anzutreffen.
Wie abgemacht, erkundigte ich mich bei meinen Kollegen, wo sie
sich im Moment aufhielten. Leicht enttäuscht fuhr ich nun los,
den es war schon ein guter Bock gewesen. Unterwegs nahm ich noch
Marc mit, der früh morgens noch einen Arztbesuch wegen einer
geprellten Rippe hatte. Kurz berichtete ich meinen erfolglosen
Angriff.
Mit dem nächsten Angriff, zusammen mit den Niederjagdfreunden
war die Aufmerksamkeit aber gleich auf die angehende Jagd
gerichtet, der Morgendliche Angriff schon vergessen. Nicht Allen
unserer Jäger war dieses Gebiet bekannt, so mussten Sie auf die
Posten begleitet werden. Ich hatte jedoch das Glück in meiner
Kindheit hier bei meinen Grosseltern Schafe zu hüten und kenne
mich somit hier, nach einigen Pirschgängen wieder sehr gut aus.
Schon beim Abstieg hatte ich kurz Rehwild im Anblick, die
Entfernung war jedoch für einen Flintenschuss einiges zu weit.
Als ich auf meinem Posten ankam fing es an zu Regnen.
Noch war ich keine 10 Minuten da, stand unverhofft ein Reh 40m
vor mir. Ein sicheres Ansprechen mit freien Auge, war bei diesem
Regen nicht möglich.
Durch
mein Glas sah ich das Gehörn, nichts zu machen eine Ricke
stellte sich vor den Bock. Einfach die Ruhe bewaren und abwarten
dachte ich. Im nächsten Moment sprang zuerst der Bock dann die
Ricke um einen Felsbrocken, weg waren Sie. Gut Hundert Meter
weiter links sah ich wie die Zwei nach Unten wechselten. Dann
war eine ganze Weile außer des inzwischen regelrechten
Regengusses nichts mehr zu hören. Weder das Hundegeläut noch
etwas anderes war zu vernehmen.
Ich hatte jedoch die Vermutung das die zwei Rehe keine 80 M von
mir weg, in dem Gebüsch steckten. Ich Entschloss mich die Zwei
anzupirschen, leise durchquerte ich die Kumme und stand wenig
später auf der Kuppe wo vorher die
Rehe standen, wenige Meter unter mir vernahm ich ein rascheln.
Die Ricke sprang als erste aus dem Gebüsch, flüchtete Bergab,
der Bock flüchtete jedoch weiter links, wieder konnte ich keinen
sicheren Schuss anbringen.
Inzwischen kam die Ricke wieder auf mich zu, keine Bewegung mehr
dachte ich, im Augenwinkel sah ich wie nun der Bock der Ricke
folgte, der Puls der bis Anhin seine Arbeit ruhig verrichtete,
schlug nun jeden Sekundenbruchteil
schneller, fast nicht mehr zum aushalten dachte ich, Bockstill
stehen, keine Bewegung, immer näher kam die Ricke, die Ricke
verhoffte, hat sie mich im Wind, nein sie äugte zurück zum Bock.
Auf 40 Meter verhoffte auch der Bock, stand Blatt. Jetzt ging`s
schnell, die Flinte in Anschlag, schon zerriss der Knall den
Regenmorgen, der Rehbock viel getroffen um, wollte aber dennoch
der Abspringenden Ricke nach, kam
nochmals hoch, ein zweiter Knall von meiner Flinte riss ihn zu
Boden. Die Freude war groß, war`s doch mein erster Rehbock in
meinem Jugendgebiet. Jetzt kam auch einer meiner Jagdfreunde
dazu, wünschte mir Waidmannsheil und
half mir bei der Rotarbeit.
Mit einer Freudenträne in den Augen schulterte ich meinen Bock,
auf halbem Weg nach oben erinnerte ich mich an ein Erlebnis das
ich zusammen mit meiner Mutter ( so nannte ich meine Großmutter)
hatte. Wie es damals üblich
war, kehrte man mit Holz oder irgend einer anderen Sache nach
Hause, die fürs Tägliche Leben benötigt wurde. Ich war Damals so
fünf sechs Jahre alt und hatte mir ein viel zu großes Stück Holz
aufgeladen, obwohl mir meine
Mutter riet doch ein kleineres Stück zu tragen. Auf halbem Weg
musste ich schlapp machen, heute mit dem Rehbock an der
Schulter, begannen ebenfalls die Beine zu brennen, doch die
Freude machte die Beute um einiges leichter.
Nach ein paar Fotos, suchten wir das Restaurant auf, wo uns der
Wirt mit einer kräftigen Haussuppe überraschte.
Der Letzte Bruch, ein Holderbeerzweig, brachte dem Bock den
Namen, Holderbeerbock.
Waidmannsdank
Bericht und Foto: Kari Schmid |