Bericht 138:  Eine schwierige Bergung

Wir bezogen „ wieder“ mal die Jagdhütte in der Jagd meines Kollegen, dieses mal war aber auch ein Burgenländer mit von der Partie. Zuerst musste ich aber mit einen Freund noch Brennholz für die Jagdhütte machen, damit wir am Abend nach der Jagd in eine warme Hütte kommen konnten. Nach gemachter Arbeit wurden wieder die Revierteile verteilt. Ich bekam meinen obligaten Sitz nicht weit von der Jagdhütte entfernt. Bevor ich mich in Richtung Bodensitz machte, heizte ich noch einmal den Ofen ein. Nach kurzer Pirsch kam ich zur Seiltrasse, zirka 200 Meter ober denn besagten Sitz. Von dort aus konnte ich schon zwei Stück Kahlwild sehen. Ich bewegte mich langsam in Richtung des Sitzes. Zum besseren Verständnis, der Sitz befindet sich auf einem Felsvorsprung und somit hatte ich eine gute Deckung um zu dem Sitz zu gelangen. Ich ließ meinen Rucksack zurück und nahm nur eine Jacke und meine Büchse mit. Ich bewegte mich langsam in den Bodensitz und konnte von dort noch einmal Tier und Kalb erblicken. Das Tier ist uns schon seit Jahren bekannt und ich sah, dass es ein uraltes Stück war. Das Tier hatte ein schneeweißes Haupt und auch der Träger und die Vorderläufe waren komplett in Weiß gehüllt.

Plötzlich bemerkte ich, dass das Tier schon zu mir äugte und ich entschloss mich ihr Kalb zu erlegen. Das Kalb stand noch spitz zu mir. Ich hoffte, dass sich das Kalb bald drehen wurde und mir sein Blatt zeigen würde. Die Entfernung zum Kalb waren knappe 90 Meter. Plötzlich drehte sich das Kalb mit dem Blatt zu mir herauf. Ich entsicherte und stach meine Büchse, als das Fadenkreuz ruhig auf dem Blatt des Kalbes auflag, erklang der laute Knall der Büchse. Auf meinen Schuss hin brach das Kalb im Feuer zusammen. Ich repetierte und wollte das Tier noch ins Glas bekommen, aber das Tier kannte das Spiel schon und es flüchtete nach meinen Schuss in Richtung Bestand, wo es in Sicherheit war. Unter mir gingen kurz darauf noch einmal Tier und Kalb ab. Mein Kalb schlägelte noch ein wenig und rutschte im steileren Gelände einige Meter den Hang nach unten. Ich bemerkte, dass ein schlechtes Wetter in Anmarsch war und somit begab ich mich zum Anschuss. Ich nahm mein Bergegeschirr mit und auch noch die Büchse. Der Weg vom Sitz bis zum verendeten Kalb war noch nicht sehr beschwerlich, aber als ich begann das Kalb bergauf zu ziehen, wusste ich, es würde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis ich bei der Hütte ankommen würde. Ich zog Stück für Stück das Kalb unaufgebrochen, bis ich am Sitz angelangt war, dort machte ich eine Rast. Nach dem ich noch Fotos gemacht hatte brach ich das Kalb auf. Inzwischen hat es zu regnen begonnen und somit musste ich mich beeilen. Ich begann den letzten Aufstieg zur Hütte und bemerkte, dass das Kalb nun um einiges Leichter war! Nach zirka zwei Stunden hatte ich das Kalb bei der Hütte und mit Freude hängte ich das Kalb auf die Wildstange, wo es auch noch ausschweißte. Während ich die Hütte einheizte, da das Feuer ausgegangen war genehmigte ich mir ein gutes „Flaschal „ Bier und dachte noch einmal über mein Weidmannsheil nach.

Meine Kollegen kamen auch bald und hatten eine Rehgeiß und eine Schnepfe erlegt.

 

Mit unseren burgenländischen Jagdkollegen hatte ich am Sonntag in der Früh auch noch Weidmannsheil. Ich konnte ihm auf einen Spießerhirschen anführen.

 

In diesem Sinne Weidmannsheil meinen Jagdfreunden und auch dem Jagdchef und natürlich auch ein kräftiges Weidmannsdank!

 

Weidmannsheil und Weidmannsdank 

                                                                                                                             Bericht und Fotos:  Skalka Philipp

 

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