Bericht 136:  Hirschkalbabschuss im Jagdrevier Schlanders
Am Dienstag, 27. Oktober beschloss ich kurzerhand einen Pirschgang in unserem Revier zu unternehmen. Ich wollte das traumhafte Wetter nutzen und mir einen schönen Jagdtag machen. Als Begleiter hatte ich einen Jungen Namens Michael aus der Nachbargemeinde dabei, der mich kontaktierte und mich bat ob er nicht einmal mit mir einen Pirschgang machen könnte. Ich stimmte zu und so starteten wir gemeinsam gegen 14 Uhr in unser Revier. Ich entschied mich mit ihm in die Örtlichkeit Gadria – Röthütte zu fahren, denn dort hatte ich bisher immer Anblick und auch die Chancen einen
Abschuss zu tätigen sind dort recht gut. Als wir gegen 15 Uhr ca. 500 Meter vor der Hirtenhütte angekommen waren, stellten wir mein Auto ab und pirschten zu Fuß weiter. Bei der Hütte angekommen suchten wir erstmal das umliegende Gebiet nach Wild ab, und hatten auch gleich 2 Trophäenhirsche, einen Gamsbock und einen Steinadler im Anblick. Kurze Zeit später sahen wir 14 Stück Rotwild, allerdings in einem Revierteil der nahezu unzugänglich ist und so blieb es vorerst beim Anblick. Wir genossen noch ein weinig die warmen Sonnenstrahlen und gegen 15.30 Uhr beschloss ich etwa 300 Meter weiter aufzusteigen und dort bei einer alten Lärche die gute Deckung bietet uns zu richten und abzuwarten ob Rotwild in den angrenzenden Kahlschlag wechseln bzw. austreten würde. Nach knappen 20 Minuten traten auch bereits die ersten 2 Stücke aus, doch leider waren es zwei Trophäenhirsche, die an die 200 Meter ruhig vor uns ästen. Als es bereits 16.45 Uhr war und noch immer kein Kahlwild austrat, sagte ich zu Michael, dass wir jetzt noch eine viertel Stunde Zeit haben, denn nach 17 Uhr ist es schon recht spät um zu schießen und wir kommen mit der Bergung des erlegten Stückes in die Dunkelheit hinein. Kaum hatte ich das gesagt, trat plötzlich knappe 50 Meter oberhalb von uns ein Stück Rotwild aus. Bereits im Fernglas konnte ich ein Rotwildkalb ansprechen. Sofort wechselte ich mein Fernglas mit meiner Bockbüchse. Das Kalb war noch von einigen kleinen Lärchen verdeckt und ich wartete bereits gespannt ob es weiter in den Kahlschlag wechseln würde oder wieder zurück in den Wald ziehen würde. Schon beim Anblick des Kalbes fiel mir sein unkoordinierter Gang auf und auch das restliche Verhalten stimmte mich bedenklich. Denn normalerweise kommt zuerst das Tier auf die Lichtung und dann folgt das Kalb. Aber als das Kalb dann inmitten des Kahlschlages stand und noch immer kein Tier in Sicht war, schätze ich die Entfernung auf gut 100 Meter, spannt meine Büchse und weinige
Augenblicke später hallte der Knall des Schusses den Kahlschlag hinauf. Das Kalb flüchtete gut 40 Meter über den Kahlschlag und ich war bereits dabei meine Bockbüchse erneut zu laden, als ich erfreut sah wie das Kalb verhoffte, zusammenbrach und wenige Meter den Kahlschlag hinunterrollte. Nach wenigen Minuten packten wir unser Zeug zusammen und gingen dann gemeinsam zum erlegten Kalb. Dort angekommen sah ich das es sich um ein wirklich schwaches Hirschkalb handelte das den rechten Vorderlauf gebrochen hatte, was den unkoordinierten Gang erklärte. Schnell brachen wir das Stück auf und nach einigen Erinnerungsfotos fuhren wir dann in unsere Kühlzelle. Dort erledigten wir die restlichen anfallenden Arbeiten und fuhren dann glücklich über den guten Abschuss (das Hirschkalb wog nur 25 kg) nach Hause. Als ich dann am nächsten Tag erfuhr, dass man wenige 100 Meter entfernt von meinem Abschuss ein vom Steinschlag getroffenes verendetes Rotwildtier gefunden hat, bestätigte sich mein Verdacht, dass es sich um ein Mutterloses Kalb gehandelt haben könnte und es wahrscheinlich das Kalb des gefunden Tieres sein könnte. Somit bestätigte sich der gute Abschuss.
 
Weidmannsheil
 
                                                                                     Bericht und Fotos:  Höllrigl Martin – Jagdrevier Schlanders
 

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