-
Am
Dienstag, 27. Oktober beschloss ich kurzerhand einen
Pirschgang in unserem Revier zu unternehmen. Ich wollte
das traumhafte Wetter nutzen und mir einen schönen
Jagdtag machen. Als Begleiter hatte ich einen Jungen
Namens Michael aus der Nachbargemeinde dabei, der mich
kontaktierte und mich bat ob er nicht einmal mit mir
einen Pirschgang machen könnte. Ich stimmte zu und so
starteten wir gemeinsam gegen 14 Uhr in unser Revier.
Ich entschied mich mit ihm in die Örtlichkeit Gadria –
Röthütte zu fahren, denn dort hatte ich bisher immer
Anblick und auch die Chancen einen
-
Abschuss zu tätigen sind
dort recht gut. Als wir gegen 15 Uhr ca. 500 Meter vor
der Hirtenhütte angekommen waren, stellten wir mein Auto
ab und pirschten zu Fuß weiter. Bei der Hütte angekommen
suchten wir erstmal das umliegende Gebiet nach Wild ab,
und hatten auch gleich 2 Trophäenhirsche, einen Gamsbock
und einen Steinadler im Anblick. Kurze Zeit später sahen
wir 14 Stück Rotwild, allerdings in einem Revierteil der
nahezu unzugänglich ist und so blieb es vorerst beim
Anblick. Wir genossen noch ein weinig die warmen
Sonnenstrahlen und gegen 15.30 Uhr beschloss ich etwa
300 Meter weiter aufzusteigen und dort bei einer alten
Lärche die gute Deckung bietet uns zu richten und
abzuwarten ob Rotwild in den angrenzenden Kahlschlag
wechseln bzw. austreten würde. Nach knappen 20 Minuten
traten auch bereits die ersten 2 Stücke aus, doch leider
waren es zwei Trophäenhirsche, die an die 200 Meter
ruhig vor uns ästen. Als es bereits 16.45 Uhr war und
noch immer kein Kahlwild austrat, sagte ich zu Michael,
dass wir jetzt noch eine viertel Stunde Zeit haben, denn
nach 17 Uhr ist es schon recht spät um zu schießen und
wir kommen mit der Bergung des erlegten Stückes in die
Dunkelheit
hinein. Kaum hatte ich das gesagt, trat plötzlich knappe
50 Meter oberhalb von uns ein Stück Rotwild aus. Bereits
im Fernglas konnte ich ein Rotwildkalb ansprechen.
Sofort wechselte ich mein Fernglas mit meiner
Bockbüchse. Das Kalb war noch von einigen kleinen
Lärchen verdeckt und ich wartete bereits gespannt ob es
weiter in den Kahlschlag wechseln würde oder wieder
zurück in den Wald ziehen würde. Schon beim Anblick des
Kalbes fiel mir sein unkoordinierter Gang auf und auch
das restliche Verhalten stimmte mich bedenklich. Denn
normalerweise kommt zuerst das Tier auf die Lichtung und
dann folgt das Kalb. Aber als das Kalb dann inmitten des
Kahlschlages stand und noch immer kein Tier in Sicht
war, schätze ich die Entfernung auf gut 100 Meter,
spannt meine Büchse und weinige
-
Augenblicke später hallte
der Knall des Schusses den Kahlschlag hinauf. Das Kalb
flüchtete gut 40 Meter über den Kahlschlag und ich war
bereits dabei meine Bockbüchse erneut zu laden, als ich
erfreut sah wie das Kalb verhoffte, zusammenbrach und
wenige Meter den Kahlschlag hinunterrollte. Nach wenigen
Minuten packten wir unser Zeug zusammen und gingen dann
gemeinsam zum erlegten Kalb. Dort angekommen sah ich das
es sich um ein wirklich schwaches Hirschkalb handelte
das den rechten Vorderlauf gebrochen hatte, was den
unkoordinierten Gang erklärte. Schnell brachen wir das
Stück auf und nach einigen Erinnerungsfotos fuhren wir
dann in unsere Kühlzelle. Dort erledigten wir die
restlichen anfallenden Arbeiten und fuhren dann
glücklich über den guten Abschuss (das Hirschkalb wog
nur 25 kg) nach Hause. Als ich dann am nächsten Tag
erfuhr, dass man wenige 100 Meter entfernt von meinem
Abschuss ein vom Steinschlag getroffenes verendetes
Rotwildtier gefunden hat, bestätigte sich mein Verdacht,
dass es sich um ein Mutterloses Kalb gehandelt haben
könnte und es wahrscheinlich das Kalb des gefunden
Tieres sein könnte. Somit bestätigte sich der gute
Abschuss.
-
-
Weidmannsheil
-
-
Bericht und Fotos:
Höllrigl
Martin – Jagdrevier Schlanders
|