Bericht 131: Gemeinschaftsjagd in Montan

 

Wir schreiben den 9. Oktober und ich bin mit Vorbereitungen für die am nächsten Tag bevorstehende Gemeinschaftsjagd beschäftigt. Es ist bereits die dritte Auflage die von meiner Wenigkeit organisierten Niederwildjagd. In einem sehr schönen Teil unseres Montaner Jagdreviers , liegt idyllisch eingebettet in Weinberge , angrenzend zu dem einzigartigen Biotop Castelfeder, unsere kleine aber sehr nette Holzhütte. Zu den Gästen zählen fast die Ganze Montaner Jagdgesellschaft, Jagdfreunde sowie Revierleiter aus den Nachbarrevieren. Mit dabei auch wieder der Walter ( unser Web-Master ) und der Pfeifer Toni ,welche wohl die weiteste Strecke in Kauf nehmen müssten um Ihrer Passion nachsteigen zu können. Zum ersten mal mit dabei war auch unser Landes- und Bezirksjägermeister Klaus Stocker. Sogar unser Bürgermeister von Montan Herr Luis Amort ist der Einladung gefolgt und gesellte sich zu den Jägern.   

 

Ich stehe nun vor meinem kleinen Anhänger an der Panda  und bin am nachdenken....Bier, Wein ,Säfte und Wasser...die Hefe Gläser, die Gläser für den Wein und vielleicht auch noch ein Dekantierglas...oder doch nicht !?! Und die Teller und das Besteck!?! Plastik oder feines Porzellan, denke ich schmunzelnd und packe erst mal Feuerholz auf die Ladefläche, welche noch rot von dem Schweiß der letzten Rotwild Bergung ist. Der Hänger und die Panda sind nun endlich voll mit allen Möglichen geladen. Sogar ein kleines Zelt welches uns bei evtl. Regen oder zu viel Sonne vor der Hütte etwas Schutz bieten soll, hatte ich dabei. 

Schnell bring ich noch meine drei kleinen Engel zu Bett, erzähle Ihnen noch eine kurze Geschichte ( natürlich über die Jagd ) und dann durchfuhren mich wieder tausend Gedanken......, die Weißwürste soll der Jakob mitbringen, für die Goulasch Suppe  ist mein Vetter Maik zuständig und die Kastanien wollte der Walter aus dem Eisacktal mitbringen .....aber da fehlt doch noch was...nur was??  Die Marion !!! Meine kleine Schwester hatte mir doch versprochen aus Salzburg anzureißen um mir unter die Arme zu greifen. Aber wo bleibt die denn? Ein Blick aus dem Fenster bestätigt nun meine Vermutung. Sie war bereits angekommen und sitzt wahrscheinlich im unteren Stock bei der Oma (unsere Mutter) und ist beim „Ratschen“. Schnell ging ich nochmals mit der Marion den morgigen Tagesablauf durch, vergewisserte mich bei der Oma ob Sie wie bereits besprochen auf die Kinder Acht gibt, und am Nachmittag dann mit Letzteren kurz auf ein paar Kastanien bei uns vorbei schaut.

So, jetzt glaube ich endlich Ruhe gefunden zu haben und liege wach im Bett. An schlafen ist gar nicht zu denken.. Ich bin aufgeregt wie ein kleines Kind.  Heimlich muss ich sogar lachen, aber irgendwie ist es ja verständlich.. oder? Schließlich will man als Organisator ja alles richtig machen um am Ende Lob ernten, oder wenigstens kein schlechtes Gewissen zu haben.

Plötzlich wird es laut im Zimmer! Eine mir immer noch fremde Stimme wiederholt dauernd die Worte „Aufstehen es ist 5,30 Uhr“ . Ich mache das Licht an und noch mit geschlossenen Augen schalte ich meinen Wecker aus , von welchem die Stimme erklang. Schnell noch unter die Dusche und dann schleiche ich mich leise aus dem Haus um die Kinder nicht zu wecken.

Am Großen Parkplatz beim Dorfeingang warte ich nun das die  die ersten Gäste eintrudeln, welche auch nicht lange auf sich warten lassen und allesamt pünktlich erscheinen. Oswald der Revierleiter steht mir bereits  tatkräftig zur Seite und verteilt die Gastkarten an die Gäste.

Als es dann endlich soweit ist und ich den „Lentsch“ darum bitte auf seinem Jagdhorn die Begrüßung zu spielen, meldet sich auch meine Aufregung wieder !!  So, jetzt kommt ein Teil des Jagdtages den ich wie das erste  Weizenbier  nicht missen möchte, nämlich die Begrüßung, mit der man jeden noch einmal offiziell willkommen heißen möchte aber nicht nur. Ich nahm mir die Zeit auch zwischen zwei  drei Scherzen zwei sinnliche Worte an den Jäger zu bringen. Sinn dieser Gemeinschaftsjagd war schließlich nicht nur der Jagderfolg von dem wir, aber vor allem ich ja aus gingen, nein es war viel mehr! Der wahre Grund war jener, sich in einem netten Freundeskreis zu treffen, sich zu unterhalten, gemeinsame Interessen oder Erfahrungen auszutauschen, kulinarisches zu genießen und so manches Bier bei Gesang (REINHÖREN)  zu köpfen. Bei dieser Jagd geht es vor allem darum , von den üblichen Alltags Gedanken , von dem Stress und all den Sachen die uns direkt oder auch indirekt belasten, los zu kommen (REINHÖREN).

Nachdem wir gemeinsam mit dem Josef und dem Oswald noch die einzelnen Gruppen eingeteilt hatten, beendete ich meine Rede mit den Worten „kurze Rede, langer Sinn „ und gab allen noch ein kräftiges Weidmannsheil mit auf den Weg.

Der Lentsch spielte nun den Aufbruch zur Jagd und dann ging es nun endlich los. Es war erst am dämmern als die Lichterkaravanne sich wie eine Schlange in die Örtlichkeit „Learn“ schlängelte.

Ich war noch dabei behilflich einige Jäger auf Ihre Posten zu bringen, als bereits die ersten Hunde mit lauter Stimme eine sichere Hasenfährte meldeten. Der „Jakob“ entschloss sich mir bei auspacken und aufstellen behilflich zu sein und so blieben wir nur mit einer Flinte bei der Holzhütte.

Immer als das Jagen der Hunde deutlich zu vernehmen war, lief Jakob auf den nahe gelegenen Posten um sein Glück zu versuchen. Aber zu seinem Pech schossen die anderen Jäger heuer an keinem Hasen vorbei und ließen keinen zu Ihm durchkommen.

Das Feuer flackerte bereits im alten Holzherd und der Duft von den Kastanien die ich auf die Herd Platte gelegt hatte, sorgten für die herbstliche Stimmung. Als dann der erste Jäger mit einem erlegten Hasen zu uns stießen, war es wohl endlich an der Zeit das frische Hefe Bier anzuschlagen. Wir hatten zwar beschlossen uns erst so gegen 10,30 Uhr bei der Hütte zu treffen, aber immer wieder gesellten sich Jäger bereits lange vorher zu uns und ließen sich die saftigen Weißwürste und die knusprigen Brezel, welche die Marion aufmerksam im Rohr erwärmte schmecken.

Als alle eingetroffen waren konnten wir eine Strecke von 5 Feldhasen und 4 Stockenten verzeichnen. Den Erlegern war der Erfolg ins Gesicht geschrieben und jeder hatte eine andere Erzählung auf Lager und wir  horchten aufmerksam zu.

Der „Lentsch „ spielte erneut auf, dieses mal das Stück „Jagd vorbei“ und alle widmeten sich dem gemütlichen Teil des Tages. Immer wieder tischte  Marion etwas für uns auf.  Weißwürste und Meraner, Käseknacker, Speck , Wurst und Käse, dann die Goulaschsuppe  und dann wieder Kastanien. Später gab es erneut etwas Aufschnitt und nicht zu vergessen die süßen Apfelküchl, welche frisch auf dem alten Herd zubereitet wurden. Ja es war soweit ein gelungener Tag und ich war erfreut über die glücklichen und zufriedene Gesichter um mich versammelt zu haben.

Überrascht war ich aber vor allem über die kleinen Aufmerksamkeiten, welcher so mancher  für mich mitgebracht hatte und ich muss schon sagen, es hat mich sehr berührt. Hausgemachtes  Brot, Honig aus eigener Produktion, selbst gemachte Würste , Wein und Kastanien... aber der Höhepunkt war wohl die Ehrenscheibe, die von Berta Hütter gemalt- und welche mir vom „Walter „ feierlich überreicht wurde!! Irgendwie habe ich mich fast geschämt, schließlich waren alle meine Gäste und ich habe sie von Herzen gerne eingeladen  und nicht im geringsten erwartet, dass jemand außer Guter Laune etwas mitbringen würden! Doch irgendwie habe ich es trotzdem genossen ! Ja es war ein Schönes und sehr warmes Gefühl und ich habe die Geschenke gerne angenommen.

Der Tag neigte sich schon fast dem Ende zu als dann noch die Margit , die Mutter unserer drei Kinder , sich samt den Kleinen , in Begleitung Ihres Bruders mit Familie zu uns gesellte und einen leckeren Kuchen mit brachte. Die Kinder waren verständlicher Weise ganz aus dem Häuschen!! So viele Jäger, die Strecke von Hasen und Enten, die netten und verschiedenen Jagd -und Brackierhunde, sowie Speiß und Trank in Hülle und Fülle. Zudem hatte unsere große Tochter noch Geburtstag und zusammen mit der Oma wurde dann gemeinsam ein Lied für unsere „Nadine“ angestimmt . Mir, dem stolzen Vater standen die Tränen in den Augen bei diesem Anblick und nichts auf der Welt hätte mich in diesem Moment glücklicher machen können!!

Als die Dämmerung schön langsam uns zu verstehen gab, das sich der Tag verabschiedete um der Nacht Platz zu machen, war nun auch für uns alle die Zeit gekommen. Gemeinsam räumten wir noch alles auf und bepackten den Anhänger als wir bereits von weiten das Grollen von Donner vernehmen konnten. Jetzt war Eile angesagt und als die ersten Regentropfen vom Himmel vielen war es an der Zeit Abschied zu nehmen.

Mit den Worten „Pfiati bis nächstes Johr“ verabschiedete ich mich noch persönlich bei jedem mit einem Händedruck und bedankte mich nochmals herzlich für das Erscheinen und die Liebevollen Geschenke. Dann war es auch für mich an der Zeit nach Hause zu fahren. Sichtlich geschafft, aber überglücklich über einen unvergesslichen Tag.

 

Allen Beteiligten nochmals ein Großes Dankeschön für alles und ein Kräftiges Weidmannsheil

 

SIEHE FOTOARCHIV

 

                                                                                                   Bericht: Lindner Christian und Fotos:  Jagdportal WP

 

nach oben