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An sich ist es ja
nichts Ungewöhnliches, wenn im Oktober in den
mittleren Lagen ein bisschen Schnee fällt.
Sozusagen als
Vorbote der kalten Zeit. Doch einen solch radikalen
Wechsel, wie wir ihn in diesem Herbst hatten, habe
ich noch nicht erlebt.
Am 4. Oktober
beendeten meine Kinder ein letztes Mal im Simssee -
bei 27. Grad Lufttemperatur die Badesaison! Und am
Abend saßen wir nach einem grandiosen
Sonnenuntergang über dem See noch bis 22 Uhr draußen
bei einem Glas Wein. (Bild 1 oben)
14 Tage später
machte ich mich wieder einmal auf den Weg in die
Berge - es hatte vier Tage richtiges Sauwetter
gehabt. Ich wollte nach den Gamsen schauen - haben
die Böcke schon die "Hochzeitsschuhe an", wo steht
das Scharwild, wie sind die Kitze "beinander".
Also stieg ich am
18.10. gegen Mittag mit Fotoapparat und einer guten
Brotzeit "bewaffnet" - wohlweislich mit 2. Garnitur
"Gwand" und Gamaschen sowie Bergstock - auf meinen
geliebten Wendelstein.
Schneegriesel und
ein heftiger Wind verhießen eine ungemütliche
Bergtour; auf den Wegen und Steigen waren aber
zunächst gerade mal ein paar Zentimeter Schneematsch
liegengeblieben. Ab ca. 1200 Meter änderte sich das
Bild dramatisch: Kniehoher Schnee, zum Teil in
Verwehungen bis hüfthoch machte aus dem Spaziergang
eine richtige Plackerei. Hasen und Rehwild war aus
den freien Hängen in die niedrigeren Wälder
eingezogen. Die Fährten kamen oft genug an den
Forstweg heran - hier zieht es sich bei diesen
Bedingungen leichter - und Wanderer sind bei so
einem Wetter selten anzutreffen.
Ich hab´mir bei
mancher Schneewehe, die ich überwinden musste auch
gedacht: "Wärst halt daheim blieben, alter Depp!"
Ab ca. 1500 Meter
war dann Schluss - ohne Schneeschuhe oder Ski war
nichts mehr zu machen. Ich wollte ja schließlich bei
Licht ins Tal zurück.
Also richtete ich
mir unter einer ausgeschlagenen Wetterfichte mein
Platzerl und glaste den lichten Bergwald ab. |