Bericht 123:  Als Gast mit auf Steinbockjagd!
Schon seit geraumer Zeit hatte unser Jagdkollege Guni den 22. August  für die Steinbockjagd angesagt.
Klar war, wer Zeit hatte begleitete den glücklichen Losgewinner  mit auf die Jagd.
Bereits am Freitagabend fuhren wir hinauf in die Bodmen, während die Jagdfreunde noch das Gebiet nach Steinböcken absuchten, bereitete ich das Nachtessen vor.
Nach Feierabend konnte ich noch schnell das Nötigste einkaufen, um meine Freunde zu überraschen, eingestellt waren Sie auf  Pasta.
So Staunten sie nicht schlecht als Crevettenschwänze im Knobliöl als Vorspeise aufgetischt wurden, zur Hauptspeise konnte Jeder einen gefüllten Feuerspiess und Pasta geniessen, Wein und Bier wurde spärlich genossen, um 03.30 war ja wieder Tagwacht.
Bei dieser Sommertemperatur hielten sich die Steinböcke ja in den Gletscherregionen auf, bei Tagesanbruch wechselten sie hinauf in die schattigen Gebirgshänge.
Pünktlich um 03.30 Uhr war dann auch Tagwacht, mit einem heissen Kaffee wurden die Lebensgeister geweckt.
Punkt um 04.00 Uhr verließen wir die Jagdhütte, jeder hatte seinen Tagesproviant im Rucksack, wusste man ja nicht ob man nach einer Stunde oder erst am Abend wieder bei der Hütte war.
Nach einem kurzen einlaufen über die Alpweid, begann der Aufstieg auf einem Waldrücken. Bald einmal wurde die Kolonne auseinander gerissen, unser etwas über "Hundert Kilomann" hatte Mühe mit dem Berg.
Mein Terrier Zicco hatte irgend eine Wildfährte aufgenommen, verhielt sich aber ruhig. Zu oberst auf dem Waldrücken angekommen hatte ich nur den Photografen mehr hinter mir, da ich den Mitarbeiter unseres Gastgebers erst heute beim Kaffee kennen lernte, war ich wohl einwenig erstaunt das er meinen Schritt annahm.
Als der Schein meiner Taschenlampe zufällig zu den Schuhen von Marc glitt, traute ich meinen Augen nicht ganz, er hatte seine Turnschuhe montiert.
Das kann ja doch nicht wahr sein meinte ich zu Ihm, mit solchem Schuhwerk auf den Berg zu gehen und fragte Ihn ob er den vom Guni informiert worden sei, dass die Jagd in den Bergen stattfinden werde, doch ja meinte er aber
er sei sich das so gewohnt. Nach einer weiteren Stunde hatten wir die gewünschte Höhe bei den Gletschermoränen erreicht. Der Tag meldete sich jetzt mit schwachem Licht über den Berggipfeln an, bald einmal konnte ein Sonnenaufgang in vollen Zügen genossen werden. Von Steinböcken war nichts zu sehen, etwa hundert Meter unter uns kamen Steingeissen auf die Morgenwaid, Ihr Nachwuchs turnte übermutig in den Felsen umher, der Anblick hatte das frühe Aufstehen schon belohnt.
Wo aber waren die Böcke, nach einiger Zeit erschien wenige Meter unter uns ein richtiger Pascha, schätzungsweise trug er jeweils über 1 Meter Schwerter mit sich herum, das währe wohl zu einfach gewesen flüsterte ich dem Josy zu. Über zwei Moränen, wurde am Berghang gegenüber ein möglicher 9 Jähriger Steinbock gesichtet, also los, nach einer halben Stunde lagen wir bis auf 300 Meter am Steinbock, trotz dem Fernrohr konnten wir nicht genau erkennen ob 9 oder schon 10 Jährig, durch die Bewegungen beim Äsen waren die Jahresringe nicht genau zu erkennen. Per Handy wurde kurz Kontakt mit dem Wildhüter aufgenommen, so kamen wir zum Entschluss den Bock ziehen zu lassen. Ein weiterer Steinbock wechselte in den Hang ein, dieser war jedoch deutlich zu Alt.
Wo war das Rudel dass sich normalerweise in diesem Gebiet aufhielt? Keine Hundert Meter entfernt stiegen die Geissen eine hinter der andern die Moräne hinauf dem Gletscher entgegen. Nach einer Brotzeit, entschlossen wir uns zu trennen. Josy begleitete den Schützen hinauf auf den Grat, Marc Hans Zicco und ich zogen in Richtung
Gletscher. Ausser den Geissen und zwei Dreijährigen hatten wir kein Anblick. Nach einer Weile machte ich meinen Begleitern den Vorschlag ebenfalls auf den Grat hochzusteigen, Sie sollten hier auf der Moräne Stellung halten.
Erleichtert liessen sie mich und Zicco ziehen.
Auf dem Grat angekommen sah ich den Josy 350 Meter schräg unter mir. Wo waren die Steinböcke ? Mit dem nötigen Respekt stieg ich ein paar Meter den Bergrücken hinab, etwa Hundert Meter unter mir, auf einem Felsvorsprung lag ein 12 Jähriger Steinbock, noch vorsichtiger stieg ich die wenigen Meter wieder hinauf auf den Grat. Mit dem Handy konnte ich den Josy und Schützen in die besagte Richtung einweisen. Nach einer Weile meldeten Sie, dass drei Böcke da seien. Zwei zu alt und ein sieben Jährigen, Guni habe sich Entschieden auf diesen zu schiessen, wenn er hoch kommt. Dem Hans gab ich mit Handzeichen zu verstehen dass auch sie nun zu mir
hochkommen sollen. Nun hoffte ich das der Steinbock im Feuer fallen würde, wenn nicht würde er sicher weit hinunter kollern. Endlos kam mir die Zeit vor, doch endlich rollte das Echo der Explosion von Gunis Blaser zum Grat hoch. Wenig später konnte ich den Bock etwa 150 Meter unter mir, verendet im Geröll liegen sehen. Herauf auf den Grat konnte vergessen werden, dass schafften wir sicher nicht, also nach Unten. Mit dem Glas suchte ich den sichersten Weg aus. Unterdessen waren Marc und der Hans bei mir angekommen, als Marc in das Tal hinunter sah verzichtete er freiwillig auf dieser Seite abzusteigen, was ich auch nicht zugelassen hätte. Mit Turnschuhen war hier nichts zu machen. So kehrte er mit den Hunden auf dem sicheren Weg hinab zur Hütte. Hans und ich begannen den Abstieg vorsichtig, jederzeit konnte ein Stein losgehen. Es war jedoch einfacher als ich dachte.
Unten strahlte schon der Guni über das ganze Gesicht. Hatte sich der ganze Aufstieg also doch gelohnt. Ein guter Bock, Waidmannsheil Guni.
Nach ein paar Erinnerungsfotos wurde die Rotarbeit verrichtet. Nach kurzer Besprechung, wurde die Route festgelegt, zuerst etwa 150 m leicht schräg nach Oben um in den nächsten Graben zu gelangen. Schweisstreibend war es allemal, wog der Steinbock geschätzte 75 Kg.
Gut hatte ich ein 15 m Seil im Rucksack so konnte ich seitwärts, ohne von den herunterrollenden Steinen dem Bock die Richtung geben, Josy und Hans sicherten und bremsten wenn es nötig war, auch hier kamen wir leichter voran
als ich gedacht hatte, bald einmal hatten wir den Berg hinter uns und Alle waren gesund, was ja das wichtigste war. Nun folgten weniger Spannende 3 Std. jetzt war Kraft und Durchhalte Willen gefragt, von Felsbrocken zu Felsbrocken wurde das Stück gezogen teils getragen, so soll die Jagd auch sein, denn so schnell wird diese Jagd nicht vergessen. Jagdkollege Pöuli wollte uns im Rossboden mit dem Auto und Anhänger abholen, glücklich und entlos müde erreichten wir die Strasse. Als hätte er Bierdeckel in unsern Augen gesehen, steckte er jedem eine
Flasche Feldschlösslibier in die Hand, woooow  taaat daaaaas guuuuut, und schon waren die letzten drei Stunden Schunderei fast vergessen.
Der Steinbock wurde nun aufgeladen, es wurde auch Zeit, dass er in den Kühler kam. Wie geplant wurden wir nun vom Gastgeber zum Raclett eingeladen, mit Wein und Bier wurde der Tag nochmals erlebt, ich jedenfalls hatte einen kurzen Heimweg, ein Meter neben dem Tisch war mein Bett und am Sonntagmorgen Kopfweeeeh!

Dem Guni nochmals Waidmannsheil, ja und Dankeschön für den Super Jagdtag.
Marc, Hans, Josy, Pöuli, die Hunde und Kari. 

                                                                                                                             Bericht und Foto:  Kari Schmid

 

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