- Schon
seit geraumer Zeit hatte unser Jagdkollege Guni den 22.
August für die Steinbockjagd angesagt.
Klar war, wer Zeit hatte begleitete den glücklichen
Losgewinner mit auf die Jagd.
Bereits am Freitagabend fuhren wir hinauf in die Bodmen,
während die Jagdfreunde noch das Gebiet nach Steinböcken
absuchten, bereitete ich das Nachtessen vor.
Nach
Feierabend konnte ich noch schnell das Nötigste einkaufen,
um meine Freunde zu überraschen, eingestellt waren Sie auf
Pasta.
So Staunten sie nicht schlecht als Crevettenschwänze im
Knobliöl als Vorspeise aufgetischt wurden, zur Hauptspeise
konnte Jeder einen gefüllten Feuerspiess und Pasta geniessen,
Wein und Bier wurde spärlich genossen, um 03.30 war ja
wieder Tagwacht.
Bei dieser Sommertemperatur hielten sich die Steinböcke ja
in den Gletscherregionen auf, bei Tagesanbruch wechselten
sie hinauf in die schattigen Gebirgshänge.
Pünktlich um 03.30 Uhr war dann auch Tagwacht, mit einem
heissen Kaffee wurden die Lebensgeister geweckt.
Punkt um 04.00 Uhr verließen wir die Jagdhütte, jeder hatte
seinen Tagesproviant im Rucksack, wusste man ja nicht ob man
nach einer Stunde oder erst am Abend wieder bei der Hütte
war.
Nach einem kurzen einlaufen über die Alpweid, begann der
Aufstieg auf einem Waldrücken. Bald einmal wurde die Kolonne
auseinander gerissen, unser etwas über "Hundert Kilomann"
hatte Mühe mit dem Berg.
Mein Terrier Zicco hatte irgend eine Wildfährte aufgenommen,
verhielt sich aber ruhig. Zu oberst auf dem Waldrücken
angekommen hatte ich nur den Photografen mehr hinter mir, da
ich den Mitarbeiter unseres Gastgebers erst heute beim
Kaffee kennen lernte, war ich wohl einwenig erstaunt das er
meinen Schritt annahm.
Als der Schein meiner Taschenlampe zufällig zu den Schuhen
von Marc glitt, traute ich meinen Augen nicht ganz, er hatte
seine Turnschuhe montiert.
Das
kann ja doch nicht wahr sein meinte ich zu Ihm, mit solchem
Schuhwerk auf den Berg zu gehen und fragte Ihn ob er den vom
Guni informiert worden sei, dass die Jagd in den Bergen
stattfinden werde, doch ja meinte er aber
er sei sich das so gewohnt. Nach einer weiteren Stunde
hatten wir die gewünschte Höhe bei den Gletschermoränen
erreicht. Der Tag meldete sich jetzt mit schwachem Licht
über den Berggipfeln an, bald einmal konnte ein
Sonnenaufgang in vollen Zügen genossen werden. Von
Steinböcken war nichts zu sehen, etwa hundert Meter unter
uns kamen Steingeissen auf die Morgenwaid, Ihr Nachwuchs
turnte übermutig in den Felsen umher, der Anblick hatte das
frühe Aufstehen schon belohnt.
Wo aber waren die Böcke, nach einiger Zeit erschien wenige
Meter unter uns ein richtiger Pascha, schätzungsweise trug
er jeweils über 1 Meter Schwerter mit sich herum, das währe
wohl zu einfach gewesen flüsterte ich dem Josy zu. Über zwei
Moränen, wurde am Berghang gegenüber ein möglicher 9
Jähriger Steinbock gesichtet, also los, nach einer halben
Stunde lagen wir bis auf 300 Meter am Steinbock, trotz dem
Fernrohr konnten wir nicht genau erkennen ob 9 oder schon 10
Jährig, durch die Bewegungen beim Äsen waren die Jahresringe
nicht genau zu erkennen. Per Handy wurde kurz Kontakt mit
dem Wildhüter aufgenommen, so kamen wir zum Entschluss den
Bock ziehen zu lassen. Ein weiterer Steinbock wechselte in
den Hang ein, dieser war jedoch deutlich zu Alt.
Wo war das Rudel dass sich normalerweise in diesem Gebiet
aufhielt? Keine Hundert Meter entfernt stiegen die
Geissen
eine hinter der andern die Moräne hinauf dem Gletscher
entgegen. Nach einer Brotzeit, entschlossen wir uns zu
trennen. Josy begleitete den Schützen hinauf auf den Grat,
Marc Hans Zicco und ich zogen in Richtung
Gletscher. Ausser den Geissen und zwei Dreijährigen hatten
wir kein Anblick. Nach einer Weile machte ich meinen
Begleitern den Vorschlag ebenfalls auf den Grat
hochzusteigen, Sie sollten hier auf der Moräne Stellung
halten.
Erleichtert liessen sie mich und Zicco ziehen.
Auf dem Grat angekommen sah ich den Josy 350 Meter schräg
unter mir. Wo waren die Steinböcke ? Mit dem nötigen Respekt
stieg ich ein paar Meter den Bergrücken hinab, etwa Hundert
Meter unter mir, auf einem Felsvorsprung lag ein 12 Jähriger
Steinbock, noch vorsichtiger stieg ich die wenigen Meter
wieder hinauf auf den Grat. Mit dem Handy konnte ich den
Josy und Schützen in die besagte Richtung einweisen. Nach
einer Weile meldeten Sie, dass drei Böcke da seien. Zwei zu
alt und ein sieben Jährigen, Guni habe sich Entschieden auf
diesen zu schiessen, wenn er hoch kommt. Dem Hans gab ich
mit Handzeichen zu verstehen dass auch sie nun zu mir
hochkommen sollen. Nun hoffte ich das der Steinbock im Feuer
fallen würde, wenn nicht würde er sicher weit
hinunter
kollern. Endlos kam mir die Zeit vor, doch endlich rollte
das Echo der Explosion von Gunis Blaser zum Grat hoch. Wenig
später konnte ich den Bock etwa 150 Meter unter mir,
verendet im Geröll liegen sehen. Herauf auf den Grat konnte
vergessen werden, dass schafften wir sicher nicht, also nach
Unten. Mit dem Glas suchte ich den sichersten Weg aus.
Unterdessen waren Marc und der Hans bei mir angekommen, als
Marc in das Tal hinunter sah verzichtete er freiwillig auf
dieser Seite abzusteigen, was ich auch nicht zugelassen
hätte. Mit Turnschuhen war hier nichts zu machen. So kehrte
er mit den Hunden auf dem sicheren Weg hinab zur Hütte. Hans
und ich begannen den Abstieg vorsichtig, jederzeit konnte
ein Stein losgehen. Es war jedoch einfacher als ich dachte.
Unten strahlte schon der Guni über das ganze Gesicht. Hatte
sich der ganze Aufstieg also doch gelohnt. Ein guter Bock,
Waidmannsheil Guni.
Nach ein paar Erinnerungsfotos wurde die Rotarbeit
verrichtet. Nach kurzer Besprechung, wurde die Route
festgelegt, zuerst etwa 150 m leicht schräg nach Oben um in
den nächsten Graben zu gelangen. Schweisstreibend war es
allemal, wog der Steinbock geschätzte 75 Kg.
Gut
hatte ich ein 15 m Seil im Rucksack so konnte ich seitwärts,
ohne von den herunterrollenden Steinen dem Bock die Richtung
geben, Josy und Hans sicherten und bremsten wenn es nötig
war, auch hier kamen wir leichter voran
als ich gedacht hatte, bald einmal hatten wir den Berg
hinter uns und Alle waren gesund, was ja das wichtigste war.
Nun folgten weniger Spannende 3 Std. jetzt war Kraft und
Durchhalte Willen gefragt, von Felsbrocken zu Felsbrocken
wurde das Stück gezogen teils getragen, so soll die Jagd
auch sein, denn so schnell wird diese Jagd nicht vergessen.
Jagdkollege Pöuli wollte uns im Rossboden mit dem Auto und
Anhänger abholen, glücklich und entlos müde erreichten wir
die Strasse. Als hätte er Bierdeckel in unsern Augen
gesehen, steckte er jedem eine
Flasche Feldschlösslibier in die Hand, woooow taaat daaaaas
guuuuut, und schon waren die letzten drei Stunden Schunderei
fast vergessen.
Der Steinbock wurde nun aufgeladen, es wurde auch Zeit, dass
er in den Kühler kam. Wie geplant wurden wir nun vom
Gastgeber zum Raclett eingeladen, mit Wein und Bier wurde
der Tag nochmals erlebt, ich jedenfalls hatte einen kurzen
Heimweg, ein Meter neben dem Tisch war mein Bett und am
Sonntagmorgen Kopfweeeeh!
Dem Guni nochmals Waidmannsheil, ja und Dankeschön für den
Super Jagdtag.
Marc, Hans, Josy, Pöuli, die Hunde und Kari.
Bericht und Foto:
Kari Schmid |