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Bereits
am Anfang des Jahres hatte ich beim Jagdrevier Schnals um den
Abschuss einer Gamsgeiß angesucht. Die Zeit verging und endlich, so
Mitte Juli, erhielt ich die Antwort und gleichzeitig die Bestätigung
des Abschusses. Die Vorfreude auf die Gamsjagd war riesig uns so
wartete ich hart auf den Beginn der Gamsjagd.
So
verabredete ich mich sobald wie möglich mit dem Jagdaufseher des
Reviers, doch leider hatte ich bei den ersten zwei Jagdgängen kein
Jagdglück und musste somit die Heimfahrt ohne erlegte Gams antreten.
Doch am Sonntag, 20. September sollte ich mehr Glück haben: Mein
Vater, der mir den Abschuss zum Geburtstag geschenkt hatte,
begleitete mich und wie ausgemacht holten wir den Aufseher Moritz um
6 Uhr am Treffpunkt ab. Wir fuhren nun weiter ins Pfossental bis zum
Eishof, dort parkten wir unser Auto und es begann der ca. 2 Stunden
dauernde Aufstieg ins Gamsgebiet. Als wir nach einiger Zeit die
Waldgrenze erreicht hatten, sahen wir auch gleich die ersten Gämsen,
doch leider war keine passende Geiß dabei. Da aber einige schwächere
Jährlinge dabei waren, bot mir Moritz den Abschuss eines
Gamsjährlings an. Natürlich war ich auch damit einverstanden, doch
leider gelang es uns nicht, auf eine vernünftige Schussdistanz an
die Gämsen heranzukommen und 280 Meter sind für einen Gamsjährling
doch eine etwas (für mich) zu große Distanz um einen sicheren Schuss
anbringen zu können. So stiegen wir weiter hoch und gegen 10 Uhr
waren wir kurz unterhalb des Gletschers angekommen. Wir suchten das
umliegende Gebiet nach Gämsen ab und hatten reichlich Anblick, doch
als Moritz etwa 160 Meter vor uns eine einzelne Gams auf einem
kleinen Felsen liegen sah, richtete sich unsere ganze
Aufmerksamkeit
auf dies Gams. Schon beim ersten Anblick hatten wir das Gefühl das
mit dieser Gams etwas nicht in Ordnung sein musste, denn während
sich die anderen Gämsen durch unsere Anwesenheit immer weiter in die
Felswände zurückzogen, blieb dies Gams ruhig liegen. Ein kurzer
Blick durchs Spektiv und wir konnten gleich den Grund für das
merkwürdige Verhalten der Gams feststellen: Die Gamsgeiß war blind,
die beiden Lichter waren von einer großen Eiterschicht verschlossen
und auch die Zügel am Haupt waren voll mit Eiter verdeckt. Allein
schon der Anblick dieser armen Kreatur tat mir weh und die
Entscheidung war schnell getroffen, dass wir die Gams von ihrem
Leiden erlösen mussten. Nach einer kurzen Lagebesprechung mit
unserem Begleiter Moritz, beschlossen wir vorerst abzuwarten, denn
Moritz vermutete dass die Geiß eventuell noch ein Kitz haben könnte
und sollten wir dieses erblicken müssten wir zuerst das Kitz erlegen
um dann die Geiß erlösen zu können. Wir warteten knapp 2 Stunden,
zwischenzeitlich stärkten wir uns mit einem ordentlichen
„Halbmittag“ und ließen dabei die Geiß nicht mehr aus dem Auge. Sie
lag weiterhin auf ihrem Felsen und rührte sich kaum, doch dann ging
plötzlich alles recht schnell. Wir sahen die Geiß hoch werden und
mussten mit ansehen wie sie kaum mehr in der Lage war sich auf den
Läufen zu halten. Es dauerte nur wenige Augenblicke und die Geiß tat
wieder nieder. Die Zeit genügt meinem Begleiter aber um
festzustellen dass die Geiß wohl kein Kitz mehr führt bzw. es
bereits verloren hatte. Da die Geiß in eine guten Position nieder
getan hatte und wir fast auf der Höhe der Geiß waren und somit eine
fast gerade Schusslinie hatten, gab mir Moritz die Geiß zum Abschuss
frei. Die Auflage hatte ich bereits
gerichtet
und so entsicherte ich meine Steyr Mannlicher 7 x 64, stach ein und
wenige Augenblicke später durchbrach der Hall des Schusses die
Stille. Noch im Zielfernrohr sah ich wie die Geiß ihr gezeichnetes
Haupt zur Seite legte und am Anschuss liegen blieb. Mit großer
Freude und Erleichterung genoss ich den Augenblick. Wir warteten
noch einige Minuten ab, und gingen dann zur Gams. Dort angekommen
wünschten mir meine Begleiter Moritz und mein Vater ein kräftiges
Weidmannsheil. Vor uns lag eine sehr starke 14 jährige Gamsgeiß, die
wie bereits erwähnt auf beiden Lichtern erblindet war und bereits
stark abgemagert war. Die Freude über diesen wirklich guten Abschuss
war riesig. Nach einigen Erinnerungsfotos brachen wir die Geiß auf,
verstauten sie in meinem Rucksack und somit traten wir mit großer
Freude den Rückweg zum Eishof an. Nach knapp 2 Stunden hatten wir
unseren Ausgangspunkt wieder erreicht, dort verstauten wir die Gams
im Kofferraum, den wir mit einigen „Tschuppen“ hergerichtet hatten.
Zufrieden fuhren wir nach Hause, wo bereits einige Jagdkollegen auf
mich warteten. Mit einem guten Bier und reichlich „Jägerlaten“
ließen wir den Tag zu Ende gehen.
Ich
möchte mich noch einmal beim Revier Schnals für den erhaltenen
Abschuss sowie bei meinem Begleiter Moritz mit einem Weidmannsdank
bedanken.
Weidmannsheil
Bericht
Bericht
und Fotos: Martin Höllrigl, Revier Schlanders
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