|
Bericht 08: Der "stinkende Keiler" |
|
Es
war der 07.12.2008, mittags um 13.00 Uhr, als mich mein
Jagdfreund Jörg anrief. Er sagte, komm schnell bei mir
vorbei, ich brauche deine Hilfe.
Jörg hatte namlich die
Nacht zuvor beim Ansitz aus einer Rotte Sauen
versehendlich einen geringen Keiler herausgeschossen.
Ausgerechnet jetzt, in der Rauschzeit, die Sau nicht als
Keiler angesprochen. Schon beim Aufbrechen meinte Jörg
"die Sau stinkt".
Als ich bei Jörg ankam
wünschte ich ihm ein kraftiges Weidmannsheil.
Der Wutz hing schon
abgeschwartet da. 55,-kg aus der Schwarte und ein
sauberer Blattschuß.
Was will man mehr? Jörg
sagte: Riech nur mal wie die Sau stinkt. Aber ich konnte
keinen Uringeruch feststellen. Auch eine Kochprobe
bestätigte das die Sau nicht "rauschig" war. Ich sagte
zu Jörg, das Schwein können wir problemlos verwerten.
Jörg war skeptisch und sagte: "Das wird doch nichts, das
schmeckt man immer wieder raus". Obwohl ich kurz vor
Weihnachten in der Fleischerei genug zu tun hatte,
zerlegte ich die Sau in Bratenfleisch und Schinken. Von
den Zuschnitten haben wir Jagdwurst und Leberwurst in
Gläser eingekocht. Auch eine deftige Knoblauchknacker
(so eine Art Kaminwurzen) ist daraus entstanden. Die
Schinken und die Wurst waren rechtzeitig zum
Weihnachtsfest fertig.
Im neuen Jahr rief mich
Jörg an und sagte das seiner Familie und seinen Freunden
alles hervorragend geschmeckt hat. Ich freute mich
darüber und sagte: War doch alles nur Einbildung mit
deinem "stinkenden Keiler".
Weidmannsheil
1. Bericht: Thomas aus Thüringen
|