Wie
bereits schon zur Tradition geworden waren der Seppl, der
Roman und ich auch im letzten Jahr zu Gast auf die
Niederwildjagd im Revier Tramin beim Überbacher Franz. Ich
gehe persönlich sehr gerne auf die Hasenjagd, habe aber
selber keinen Hund und nur sehr wenig Zeit, weshalb ich
eigentlich normalerweise genau 2 Mal im Jahr diese Jagd
ausübe: einmal, wenn wir nach Tramin eingeladen werden und einmal, wenn
der Franz und ein paar andere Jagdkollegen nach Aldein
kommen. Nach einem Kaffee starteten wir am Morgen, der Seppl
und der Roman hatten ihre Hunde dabei, ebenso nahm der Franz
den eigenen Hund mit. Wir gingen in die Obstanlagen und die
Jagd dort ist ganz anders als bei uns am Berg. Man hat zwar
immer wieder Sichtkontakt zu den Hunden, und hört
fortlaufend das Jagen, jedoch wenn der Hund dann den Hasen
aus der Sasse treibt, muss man sehr schnell sein,um zu
Schuss zu kommen, denn man sieht den Hasen meistens nur sehr
kurz über eine „Onawond“ springen. Langweilig allerdings
wird einem nicht, denn Hasen gibt es genug und wir haben in
all den Jahren die wir bereits nach Tramin gehen, immer
Hasen erlegt. Nur ich persönlich hatte noch nie das Glück,
einen Hasen richtig in Schussweite oder einmal länger als
nur einen Sprung vor die Flinte zu bekommen. Mit dem frühen
und starken Schneefall war es heuer das
erste Mal, dass wir
in Tramin Schnee vorfanden: und wieviel Spuren waren da!
Das muss man einfach gesehen haben, als ob Hasen gehütet
worden wären, so dicht verliefen die Spuren im Schnee. Es
schien alles vielversprechend! Doch die Hunde fanden keine
richtige Fährte, es war anscheinend zu kalt und trocken
gewesen in der Nacht, und wenn sie einmal einen Hasen
zufällig aufjagen konnten, konnten sie der Fährte nur kurz
folgen und verloren den Hasen alsbald wieder. Nachdem wir so
den Vormittag verbracht hatten und zwar mehrer Hasen
gesehen, jedoch nie zu Schuss gekommen waren, versuchten wir
unser Jagdglück nach einem gemeinsamen Mittagessen, das uns
die Frau vom Franz vorzüglich zubereitet hatte, auch wieder
am Nachmittag. Langsam schienen die Fährten besser zu
werden! Ich erblickte plötzlich am Ende einer Reihe einen
Hasen, jedoch zu weit zum Schießen. Da kam zufällig der
Franz mit seinem Hund und ich wies ihn genau an die Stelle,
wo ich den Hasen gesehen hatte. Und sofort begann der Hund
zu Jagen! Zuerst ging es abwärts, dann wieder zurück herauf
und bei uns vorbei, der Franz bekam sogar den Hasen kurz zu
sehen und versuchte sein Glück, jedoch war es zu kurz, um
den Hasen wirklich zu erwischen und mehr hat er nur
geschossen, dass der Hund weiterjagen sollte. Und das tat er
auch, denn schon kam er nach und verfolgte brav die Spur des
Hasen. Ich lief immer in die Richtung des Jagens und
„überholte“ so den Hund und auch den Hasen, der anscheinend
immer wieder Haken schlug und so dem Hund die Verfolgung
sehr erschwerte. Nach mehr als einer Stunde Jagen jedoch
drehte der Hase, der mich in der Zwischenzeit wieder
überholt hatte, um und kam genau in meine Richtung auf mich
zu! Wie aus dem Nichts sprang er plötzlich vor mir aus den
Bäumen, an mir vorbei und weiter. Der erste Schuss brach
viel zu früh, noch bevor ich die Flinte richtig im Anschlag
hatte, der zweite jedoch passte perfekt und der obbligatorisch „Morto“ Schrei erreichte auch den Franz, der
sich darüber ebenso freute wie ich! Was für ein Gefühl: mein
erster Hase!!! Und das um halb 5 Uhr abends! Bis Franz,
Seppl und Roman nachgekommen waren (sie waren auf den Posten
geblieben) war es bereits dunkel! Dem Jagdkollegen Franz,
aber auch dem Seppl und dem Roman, die mich überredeten,
trotz meiner vielen Verpflichtungen doch auch heuer wieder
mitzugehen, möchte ich nachträglich für diesen wunderschönen
Jagdtag und dieses einmalige Jagderlebnis ein aufrichtiges
Vergelt's Gott aussprechen und Ihnen ein kräftiges
Weidmannsheil für 2009 wünschen.