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Was
ist eigentlich so faszinierend an Sauen? Was
treibt dich eigentlich bei Mond, Schnee oder
Drückjagd weg von allem, was dem
Durchschnittseuropäer heilig und lieb ist?
Minusgrade, Mücken im Sommermoor,
Stillsitzen bis zum Wadenkrampf, Übermüdung
im Ansitz,.... Was?
Kurze Erklärung mit 4
Buchstaben: isso!! Wir sind so! Sauen sind
intelligent, sozial, anpassungsfähig,
wehrhaft, machen Schaden und sind
schlussendlich soooo lecker. Die Jagd auf
Sauen gehört zu den aufregendsten Dingen,
die man bekleiden kann!
Die
letzten Wochen waren irgendwie komisch. Es
ist Januar. Hauptjagdzeit. Kein Wochenende
war ohne Drückjagd, Ansitzjagd. Am 10.
gab es eine Klasse Drückjagd mit netten
Leuten. Ich konnte keine Sau erlegen, macht
nichts!
Schüsseltreiben war angesagt. Ein
grauenvolles Ende leitete sich ein, als ich
mich von vermeintlichen Freunden zu "
Heidegeist" verführen ließ. Eine Substanz,
für die man im Mittelalter die Wirtin als
Hexe verbrannt hätte. Zu Recht!! Ich war
hochachtungsvoll voll! Meine Frau ertrug
mich gelassen. War ja Saujagd...
Der
Sonntag mit Kopfschmerzen, aber bei Jens
sind Sauen im Schilf. Hund, Gewehr und los
ging's! Die Strapazen im Schilf
machten den schlimmen Frevel des Vortages
wett. Ich schwitzte wie - die Sau! Jede
Menge Sauen im Schilf. Mein Hund und ich,
kämpften uns wacker durch den
hartgefrorenen See und Schilf. 3 Sauen
wurden erlegt. Ich wiederum keine. Mein Hund
wurde von einem starken Keiler schwer
geschlagen. Meine liebe Frau Heike hat ihn
mit Spritzen, Spülungen und Salben
erstversorgt.
Am Montag
bei Gerd, Ansitzjagd an der Kirrung! Ein
Frischling, ach ja, den wollte ja Gerd
haben, für mich wiederum keine Sau.
Am
Freitag drauf wiederholten wir die
Schilfjagd, für mich wiederum keine Sau.
Samstag,
war bei Carsten und Gerd die Rotwild- und
Sauenjagd angesagt. Ich ging mit den
Hundeführern, (ich ohne Hund, denn er war
immer noch unverändert krank), zum
Staatsforst. Leichte Bewegung an der
frischen Luft. Im treiben Sauen im Gatter.
Ein Frischling flitzt immer wieder in den
Zaun. Das Gewehr hatte ich nicht
mitgenommen. Messer, Frischling und
Schwupps.... Volle Kanne in meinen linken
Unterarm. 15 Stiche, Nerv durchtrennt und
somit war die Jagd für mich vorbei. Aber ich
hab eine Sau, die hatte ich nicht laufen
lassen, ABER die Beute gehört natürlich dem
Staat.
Meine
überaus leidensfähige Frau, die mir und der
Jagd immer noch positiv gegenübersteht,
zog in ihrer warmen und vorwurfsfreien Art
Bilanz: "Die letzten Wochen waren ja
ziemlich bewegt (sie meinte den Zeitraum von
Anfang Oktober an). Die Samstage ohne
Familie, eine Sau verletzte den Hund, du
schwer gezeichnet mit Schiene, Nähten,
Schmerzen und Verband, ewig die versauten
Klamotten, alle meine Termine mussten in der
Mondwoche weichen, alles nicht so schlimm,
ABER IN UNSERER TRUHE IMMER NOCH KEINE SAU."
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