Im
Novembermond des letzten Jahres, hatte ich mir fest
vorgenommen, möglichst zeitig aus dem Büro ins Revier zu
kommen, weil die Sauen sehr früh in den Wiesen unterwegs
waren. Auf der Suche nach Fraß hatten Sie in der Örtlichkeit
" Gitzendell", nur 500 m von meinem Heimatort entfernt,
schon mächtige Wiesenschäden angerichtet.
Leider gelang es mir an jenem Abend leider erst um 21.00 Uhr
ins Revier zu fahren. Ich stellte am Haus meines Bruders
meinen Geländewagen ab, packte mir den Rucksack, Dackel und
Pirschstock und zog auf dem Weg Richtung
Leiter. Bis zur Leiter waren es wohl noch so um die 700m.
Einiges an Rotwild stand etwas entfernt auf einer Kuppe und
beobachtete mich und meine Bewegungen haargenau.
Ich zog weiter und konnte nach 500 m den ersten Blick auf
die Wiese werfen. Wie ein Blitz traf es mich: Mitten auf der
Wiese standen eine Rotte Sauen.
Einzige Chance die ich nun hatte, war zurück zu pirschen und
zu versuchen durch den Schatten gedeckt mit gutem
Wind in
eine gute Schussposition zu kommen.
Ich pirschte langsam zurück, legte Rucksack und Hund ab und
pirschte vorsichtig Richtung Graben zum Waldrand. Als ich
dort angelangt war, waren die Sauen noch durch eine
Bodenwelle verdeckt. Ich pirschte vorsichtig weiter in der
Hoffnung die Sauen zu sehen.
"Piep-Piep-Piep" schrillte der Alarm meines Feuerwehrpiepser
in die ruhige Nacht. Von unserem Löschzug deren
stellvertretender Zugführer ich bin, wurde ich zu einem
Kaminbrandeinsatz gerufen. Da dieser Alarm nur zu meiner
Information gedacht war, brauchte ich nicht zum Einsatz und
fuchtelte stattdessen hektisch herum, um das Piepsen und die
Lautsprecherdurchsage zu unterbrechen.
Ein Blasen und die Rotte stürmte Richtung Wald. Enttäuscht
blickte ich einfach nach oben, denn ich wusste nicht ob
jetzt bei dieser Situation der Hl. Hubertus oder der Hl.
Florian die Zuständigkeit übernimmt. Die Rotte verhoffte ca.
50 Meter vor dem Waldrand und blickte ganz ratlos in
meine Richtung.
Längst schon hatte ich meine Waffe auf dem Zweibein
zurechtgelegt und visierte schon einen Frischling, der
in der Nähe der Rotte stand. Ein Schuss unterbrach die
Stille des Abends und im Zielfernrohr sah ich wie der
Frischling zusammenbrach.
Die Sauen stürmten nun weiter Richtung Wald und verhofften
ein weiteres Mal, so dass ich mir auf gut 120 m den nächsten
Frischling aufs Korn nehmen konnte. Ein weiteren Frischling
brach im Feuer zusammen. Innerhalb wenigen Augenblicken
konnte ich zwei Sauen erlegen.
Zum Dank, ging ich am nächsten Tag in in die Kirche und zündete ,
neben dem Hl. Florian und dem Hl. Hubertus eine Kerze an.
Bei soviel Glück müssen beide mitgeholfen haben.
Waidmanns Heil